Leinen los beim Yacht–Club Mardorf

  

Da war mal wieder so richtig was los beim Yacht–Club Mardorf. Vereinsmeisterschaften waren ausgeschrieben. Neben anderen Ereignissen im Laufe des Jahres immer eine spannende Abwechslung.

Wobei gesagt werden muss, dass es dem Club an Ereignissen nicht mangelt. War er doch ein Jahr nach seinem Jubiläum vollkommen abgebrannt. Halt, liebe Leser, denken sie ihre Gedanken nicht zu Ende. Nicht finanziell sondern materiell abgebrannt.
An einem sonnigen Freitag im Herbst 2007 brannte der Vereinswohnwagen mit allem Zubehör total ab. Übrig blieb ein Schutthaufen von verbranntem Holz, verschmorten
Segelzubehör, dem Festzelt, eben alles, was ein Club benötigt, um Regatten und Feste auszurichten.
Von einem Tag zum anderen stand der Yacht–Club vor dem Verlust aller Dinge, die mit viel Mühe und Arbeitseinsätzen erstellt wurden.

Dank einer guten Zeitplanung, vielen Arbeitseinsätzen sowie eines Sponsoren hat sich der Club von diesem Schaden erholt. 2008 ist alles wieder beisammen, auch, oder gerade um Regatten durchzuführen. Der Gedanke führt mich zurück zu den Vereinsmeisterschaften, die nun angesagt waren.

Wir schreiben den 15.Juni 2008, ein Sonntag. Am Vormittag sollte gestartet werden. Auf 10.30 Uhr war die Steuermannsbesprechung festgelegt. Nun wurde es ernst. Eine gewisse Unruhe nahm von den Skippern Besitz. Jeder war mit sich beschäftigt. Immer wieder gingen die Blicke zum Himmel, der heute besonders viel versprechend  aussah. Alles war möglich. Welche Segel würden den größten Vorteil bringen?

Schon schoben sich dunkle Wolken vor die Sonne. Würde es am Ende Gewitter geben?

Gegen 11.30 Uhr gab Sportleiter Thomas Schröder den Start frei. Gesegelt werden sollte der klassische Dreieckskurs. Bereits in der ersten Runde ließ Donnergrollen ahnen, dass das Wetter nicht ganz so harmlos bleiben würde. Nach dem Start ging es bei Südwest-bis Westwind zur Luvtonne.  Nach der Luvtonne Richtung Ostenmeer bei Wind aus Süd, dann Kurs Nord zu Start und Zielbahnmarke. Gleich im  Anschluss noch einmal die Runde bei ständig drehenden Wind von Süd bis West. Das Wetter zeigte sich heiter, leicht bewölkt mit Windstärke 3–4 bis ins Ziel. Vor dem Start zur letzten Rund flaute der Wind so stark ab, dass ein paar Skipper meinten, doch nun die Genua setzen zu müssen, was sich aber unmittelbar nach dem Start als gewagt erwies. Ganz plötzlich auftretender Starkwind und Platzregen auf Kurs Luvtonne verlangte den Seglern dann einiges an Kraft und Geschicklichkeit ab. Nach der Luvtonne brachte der fast Halbwindkurs für manche Crew etwas Erholung. Alle kamen wohlbehalten ins Ziel.

Was noch folgte, war die Siegerehrung am Stegkopf. Es gab strahlende Gesichter  für die Sieger und entsprechende Preise für die Platzierten. Ein erfrischender Umtrunk – gesponsert vom Sportleiter – rundete den Tag ab.  

Der erste Vorsitzende Manfred Hengstmann, der mit Ehefrau Jutta an der Vereinsmeisterschaft teilnahm zeigte sich zufrieden mit dem Ablauf.

Wie meistens verweilten einige noch am Stegkopf. Der Stegkopf, seit Jahrzehnten Anlaufpunkt für Jung und Alt, ist nach wie vor ein beliebtes Ziel für Vereins- und Stegmitglieder. Hier tauscht man sich aus, hier werden Verabredungen getroffen, und hier wird Seemannsgarn gesponnen.

Immer aber sind es Gleichgesinnte, die den weiten Blick über das Steinhuder Meer lieben, die sich von der Atmosphäre einladen lassen zu Träumen, dort zur Ruhe kommen. Denn träumen tun wir doch alle gerne, wie das nachstehende Gedicht zeigt.

  

Am Wind

Als Junge hatte ich den Traum
von einem Boot mit Segeln,
dass mich zu fernen Ländern bringt.
Erwarten konnt’ ich es kaum.

 Nun hat sich dieser Traum erfüllt,
ich segele über das Meer,
zu unbekannten Zielen hin,
den Wolken hinterher.

Entfernt vom Alltag dieser Welt,
allein mit Wind und Wogen.
Nur kleine Wale schwimmen mit,
vorm Bug, als hätten sie das Boot gezogen.

Auch wenn mal Sturm die Segel bläht,
und treibt uns schnell dahin,
dann bin ich eins mit meinem Boot,
weil ich dort glücklich bin.

Wenn es dann Nacht wird auf dem Meer,
wenn nur die Sterne weisen mir den Weg,
wenn Ruhe ist so um mich her,
dann bete ich, dass niemand diesen Frieden stört.

Nur wer das je erlebt, wer’s jemals sah,
dem wird das Herz ganz weit, dem ist der Himmel nah.
Vielleicht der letzte große Freiheitstraum,
erlebt fern aller Zeit und Raum.

Rosalie Bruns